Di

02

Jun

2015

Muskulatur und Training

Bei der Muskulatur handelt es sich, von der Masse her gesehen, um das größte Organ (aus verschiedenen Geweben zusammengesetzter Körperteil) des menschlichen Körpers. Ein Muskel beinhaltet folgende Bestandteile:

- 75 % Wasser

- Natrium, Kalium, Kalzium

- Myoglobin (Sauerstoffspeicher im Muskelgewebe)

- Eiweißmoleküle Aktin, Myosin und Titin

Die Muskulatur ist für die Kraftentwicklung und Körperstabilisation zuständig. Diese folgt stets den Befehlen des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark). Wird die Muskulatur im Alltag und beim Sport höheren Belastungen ausgesetzt hypertrophiert diese. Fehlen die notwendigen Belastungsreize, kommt es zu einer Muskelatrophie.

Muskelhypertrophie

Hypertrophie beschreibt im Allgemeinen die Vergrößerung eines Gewebes oder eines Organs. Durch die Zunahme der Zellgröße und des Zellvolumens (Dickenwachstum) passt sich ein Muskel einer erhöhten funktionellen Belastung oder der hormonellen Stimulation an. Dabei findet, vereinfacht dargestellt, eine vergrößerte Einlagerung von Eiweißmolekülen (Aktin, Myosin und Titin) in die Muskelzellen statt. Weiterhin trägt die vergrößerte Einlagerung der Eiweiße in das Bindegewebe (Bestandteile der Bänder, Sehnen und auch Muskeln) zur Hypertrophie bei.

Durch die Ansammlung von Eiweißmolekülen ist der Muskel nun in der Lage aktiv eine stärkere Anspannung zu generieren. Die Bildung von stärkerem Bindegewebe in Sehnen und Bändern verbessert die Muskelsteifigkeit sowie die Gelenkstabilität.

Muskelatrophie

Eine Muskelatrophie stellt genau das Gegenteil von einer Muskelhypertrophie dar, nämlich eine sichtbare Umfangsabnahme eines Muskels. Das Fehlen der Belastungsreize führt in kurzer Zeit zum Abbau der Eiweißmoleküle Aktin, Myosin und Titin sowie des Bindegewebes, welches die Muskeln durchzieht. Mit der Atrophie nehmen die Gelenkstabilität und die Muskelsteifigkeit drastisch ab (Lieber, 2009; Chleboun et al., 1997). Unglücklicherweise findet eine Muskelatrophie schneller statt, als der Muskelaufbau. Eine 5-wöchige Bettruhe kann einen Verlust von bis zu 12 % an Muskelmasse bedeuten (LeBlanc et al., 1988).

Wie schnell stellt sich die Hypertrophie ein?

Bereits nach einem 20-tägigen (3 x pro Woche), intensiven Training der Oberschenkelmuskulatur kann der Muskelquerschnitt laut Seynnes (2007) um bis zu 5 % gesteigert werden. Nach 35 Trainingstagen erreichten die Probanden eine 7%-Vergrößerung des Muskelquerschnitts. Ein sechsmonatiges Beintraining steigerte den Querschnitt der Oberschenkelmuskulatur sogar um bis zu 19 % (Narici et al., 1996). Dabei hängt das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der Muskeln aufgebaut werden, zunächst einmal von der Art des Trainings (Traingsintensität) und dem Trainingsstatus (Beginner oder Fortgeschrittene) ab.

 

Literatur:


Chleboun, G., Howell, J., N., Conatser, R., R. & Giesey, J., J. (1997). The relationship between elbow flexor volume and angular stiffness at the elbow. Clin. Biomech., 12: 383.


LeBlanc, A., Gogia, P., Schneider, V., Krebs, J., Schonfeld, E. & Evans, H. (1988). Calf muscle area and strength changes after five weeks of horizontal bed rest. Am. J. Sports Med., 16 (6): 624-629.

 

Lieber, R., L. (2002). Skeletal muscle structure and functions. Baltimore: Wiliams & Wiliams.

 

Narici, M., V., Hoppeler, H., Kayser, B., Landoni, L., Claassen, H., Gavardi, C., Conti, M. & Cerretelli, P. (1996). Human quadrizeps cross-sectional area, torgue and neural activation during 6 month strength training. Acta. Physiol. Scand., 157 (2): 175-186.

 

Seynnes, O., R., de Boer, M. & Narici, M., V. (1985).Early skeletal muscle hypertrophy and architectural changes in response to high-intensity resistance training. J. Appl. Physiol., 102 (1): 368-373.

 

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